juna im netz

Das Netz ist das, was Du draus machst

In eigener Sache

Vom Verschimmeln…

Heute habe ich unterm (sic!) Obstkorb eine vergammelte Banane gefunden. Und weggeschmissen. So weit klar. Dann habe ich mir Gedanken gemacht – denn ich hatte offensichtlich zu viel Zeit zwischen Arbeit, Putzen und Kinderbetreuung- ob nicht die gammelige Banane Sinnbild sein könnte. Für viele in meinem Leben vor sich hin schimmelnde Dinge. Die ich entsorgen würde, wüsste ich, dass sie unter dem Obstkorb liegen. Tja. 

Folgendes habe ich gefunden:

 

 

Meine Magisterarbeit: Einst im Schweiße meines Angesichts und auf Termindruck gefertigt, mit vielen Ambitionen im HIntergrund, liegt sie heute in einer (digitalen) Schublade meiner Welt und schimmelt. Schade drum, vor allem, weil ich ja für open source bin. Ich habe aber irgendwie nichts gefunden, um sie wenigstens ins Internet zu stellen.

 

Meine Ambitionen: Mit der Arbeit liegen, eine Schublade drüber, meine Ambitionen. War da nicht was? Wollte ich nicht den wahnsinns-Job, die coolsten Kinder, die geilste Selbstverwirklichung, den trockensten Champagner? Hm… nach einer unglaublichen Menge Windeln, Kinderkotze, hinten-An-Stehens, billigem Lambrusco und „Sie-sind-wirklich-qualifiziert-aber-wir-haben-uns-für-einen-anderen-entschieden-Ablehungen, setzen sie jetzt Schimmel an. Und nicht zu knapp. Würde Dir raten, DIE Schublade lieber zu zu lassen. Genau wie die folgende:

 

Das liebe Sexualleben: Heiß? Als man sich kennenlernte. Vertraut? Als man über Kinder nachdachte. Routine? Zwischen Stillen und Arbeit. Und dann? Allgegenwärtig ist er, der Schimmel… Aber das ist nichts gegen:

 

Meine Werte: Und JETZT gehts ans Eingemachte. Wie viele meiner Werte schimmeln schon? Sind unter der Alltagslast begraben und modern, weil sie nicht mehr hinterfragt werden? Wie viele schimmeln, weil sie unterm Obstkorb liegen und keine Sau, inklusive mir, sie beachtet?

Und, noch viel elementarer: Was bedeutet es, dass ich aus einer schimmeligen Banane eine Wesenskrise ableite??

 

Es gibt nur Schimmel, Schimmel, Schimmel überall….

  1. Wenn’s Wetter besser wird, siehste das bestimmt wieder anders… 😉

    • Ich gebe zu, es besteht hier die Möglichkeit eines gewissen Kausalzusammenhangs:)) Schaue ich aus dem Fenster, wird mir echt ganz anders. Wann hört das Elend bloß auf? Sind es Vorboten einer neuen Apokalypse? Wird uns das Haus unterm Hintern wegschimmeln…? und so fort… Wie behälst Du ein sonniges Gemüt?

      • Hm…. weiß nicht. Vom Wetter hängt das nicht ab.
        Komm, ab morgen steigen zumindest die Temperaturen wieder! 🙂 Habe ich heute im Radio gehört. Sicher wollen die nicht nur aufmuntern. Ganz sicher! 😉

  2. Hei – ist doch irgendwie klasse, wie so kleine Dinge im Leben ein Bild für viel mehr sein können … Schimmel heisst einfach nur „Tu mal was mit mir“ (da ich aus verschiedenen Gründen aber gerade oft nicht kann, füge ich hinzu „wenn du kannst …“) 😉 Ich glaube wirklich, dass „die innere Sonne“ eine Entscheidung sein kann.

    Ich liebe, was ich vor kurzem gelesen habe (von Joyce Meyer – meine Großbuchstaben 😉 )

    „Being positive or negative IS A CHOICE – it is a way of thinking, speaking and acting. Either one comes from a habit that has been formed in our lives through repititious behavior.“

    Ich übe gerade in vielerlei Hinsicht, meine Gewohnheiten umgewöhnen – meine Gedanken sind ein sehr grundlegender Teil, vieles andere baut darauf auf. Der Regen, z.B., bringt soooo viel Schönes mit sich: NOCH mehr frisches Grün, die Pflanzen können trinken – und ich habe ein Dach über dem Kopf, unter dem ich den prasselnden Regen noch mehr genießen kann, yay! Aber mit der richtigen Kleidung ist es sogar auch ein Riesenspaß, mit meinem kleinen Sohn durch die Pfützen zu springen – und seine Lebensfreude, die ihm dabei aus dem Gesicht springt, ist SO ansteckend und ich kann viel darüber lernen, aus dem JETZT UND HIER das Beste zu machen. Anschauungslektion 😉

    Ist schon klasse, dass wir sogar unsere eigene innere Welt „retten“ können – ganz umsonst 😉

    • Ein sehr guter, sehr positiver Ansatz! Und Du hast sicher recht. In erster Linie richten die „vor sich hin schimmelnden Dinge“ einfach einen Appell an uns, was zu tun. Da arbeite ich dran:) Die Welt-retten-Seite ist auch so ein Ansatz. Da natürlich auch an Dich vielen Dank fürs Liken.
      Bei wordpress gibt es in Sachen Ernährung und Ernährungsumstellung auch viele schöne Blogs. Ein recht neuer, den ich Dir hiermit gerne verlinke, ist: http://greenvegadine.wordpress.com
      Freue mich, wenn wir uns bald wieder lesen:)

  3. Bernd

    Hallo Juna,
    an dem Punkt kommen wohl viele an und ich habe gelernt, dass es Kraft kostet, die zu (fast) nichts führt. Ich hab mich dann mal mit Feng Shui beschäftigt (Karen King – Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags) und mich mal von dem Krempel entledigt. Massenweise uralte Bücher, Dinge, die ich mal lesen oder machen wollte, Klamotten, etc. – alles auf dem Müll. Das schafft Raum für die seelische Entfaltung, vor allem zieht Dich nix mehr zurück und mahnt ewig „Das wolltest Du auch mal machen“.

    Ich hab seitdem viel mehr subjektiv empfundene Zeit für was neues, auch viel mehr Kraft dafür.

    So long und alles Liebe – Bernd @bglxxOT

  4. Auch das ist ein Rat, den ich viel mehr beherzigen sollte:) ich war früher ein großer Fan vom „Downshifting“, und was mich selbst angeht, mache ich das noch heute. Mit drei kleinen Kindern in einem Riesenhaushalt ist es aber oft so, dass Du selbst gar keinen Einfluss auf die Menge des Gerümpels hat, das sich ansammelt:) Da hilft der Frühjahrsputz, seelisch wie materiell! Danke Euch für Eure lieben Kommentare!

  5. Bernd

    Es birgt viel zu viel Zündstoff, wenn Du das Gerümpel von anderen von der Bildfläche verschwinden lässt. Vor allem ist dieser Gerümpel nur aktueller Frust. Viel schlimmer sind diejenigen Dinge, die man selber aufhebt und die einen permanent mahnen: Das wolltest Du noch lesen/erledigen/machen/anziehen/etc.

    Nachdem ich zentnerweise Papier entsorgt habe und so vieles mehr, was ich schon jahrelang nicht mehr gebraucht oder bewusst wahrgenommen habe, blieb genau das übrig, was mir wichtig ist, z.B. vieles, was mit meinem Sohn im Zusammenhang steht. Dadurch haben diese Dinge eine Aufwertung erfahren und (fast) nix mehr zerrt unterbewusst an mir. Auch wenn’s metaphysisch klingen mag, aber Energie muss fliessen.

    So long – Bernd

  6. Sex wird überschätzt – von langjährigen Paaren mit Kindern aber auch irgendwann unterschätzt. Schön, wenn sie es packen, mit den Jahren „wahre Freunde“ zu werden und sich Freiräume zu gestatten. Anstatt letztlich erfolglos zu versuchen, die „heiße Phase“ miteinander auf Teufel komm raus wieder und wieder „herbei zu üben“….

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Credits: Danke an Anders Norén für das Theme

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