juna im netz

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In eigener Sache

So long, 2013

Laut chinesischem Horoskop befinden wir uns noch bis zum 1. Februar 2014 im Jahr der Schlange.
Ich glaube genauso wenig an Horoskope wie an die Bedeutung willkürlich gewählter Zeiteinteilungen. Aber letztes Jahr um diese Zeit hörten wir eine Radiosendung, die mir im Gedächtnis geblieben ist. Hier ein Zitat aus dem Kopf:

Und so mancher Fehler, der im Jahr der Drachen (2012) gemacht wurde, muss im Jahr der Schlange ausgebadet werden.

Oha. Unsere Entscheidungen 2012 also als „Fehler“, der im nächsten Jahr Konsequenzen haben würde?

Mitte 2012 waren wir umgezogen, in eine Stadt, in der wir niemanden kannten. Wegen einer Arbeitsstelle, die schon wenige Monate später nicht mehr existierte. Der Umzug und das Wieder-Einfinden eines Schul-, eines Kindergarten-, und eines Kleinkindes kostete mich etwa vier Monate meines Lebens. Und sehr viel Kraft.

Dennoch mussten wir uns schon Anfang 2013 völlig neu ausrichten. Und uns auch als Familie und als Paar neu finden. Ich hatte acht Jahre durch die Kinderbetreuung zurückgesteckt und war nicht bereit, die neugewonnene Freiheit, meinen eigenen Zielen nachzugehen, wieder aufzugeben. Aber ich war auch nicht bereit, die Entscheidungen in 2012 als Fehler zu sehen. Warum auch? Firmen machen auf der ganzen Welt und zu jeder Zeit dicht. Den Entschluss, unser Leben nach fünf Jahren am gleichen Ort aufzugeben und neu anzufangen, empfand ich als mutig und richtig. Selbst wenn die Konsequenz war, dass ich mich in der fremden Stadt (wieder) einsam fühlte, und dass wir sehr bald nach dem Umzug die Schließung der Firma hinnehmen mussten.

Alles war neu, alles war bunt. Sehr bunt.

Die ersten Monate in 2013 waren für mich ein Kampf um Bodengewinn innerhalb der Familie. Ich wollte meinen Mann unterstützen, ich hatte seine Idee, sich selbständig zu machen, mitgetragen. Gleichzeitig kam etwas dazu, das ich in den letzten Jahren nicht in diesem Maße erlebt hatte. Trotz. Ein Ich-bin-auch-noch-da-Gefühl. Ich hatte den Eindruck, ich müsste mich selbst mit Klauen und Zähnen verteidigen. Und das war nichts, was ich in den letzten Jahren geübt hatte.
Aber dieses Neue, diese plötzliche Menge an Variablen … das hatte etwas. Die Entscheidungen, die wir trafen, zogen uns den sicheren Boden unter den Füßen weg. Und zeigten uns damit, dass dieser sichere Boden eine Illusion gewesen war.

Ich war eh nie ein Fan von „geregelten Bahnen“

Heute ist die Organisation dieser Familie eine Sache der permanenten, zeitnahen Absprache: Wer kümmert sich am nächsten Tag um die Kinder, wer muss oder darf arbeiten, wer macht den Haushalt, wie viel Geld ist für dieses oder jenes vorhanden, wie lange reicht es noch? Und um die Sache spannend zu halten, stehen für das beginnende 2014 bereits die nächsten großen Entscheidungen an. Alles bleibt anders, und ich schaue auf den bunten Strauß von Optionen, die wir in den kommenden Monaten haben. Vor denen ich mich nicht mehr fürchte.

Entscheide Dich. Und erzähl mir nichts von Fehlern.

Die Entscheidungen, die wir treffen, machen uns zu den Menschen, die wir sind, und führen uns zu einem bestimmten Punkt. Und von da aus eben weiter. Ich kann und möchte das nicht als Fehler betrachten.

Auf Dich, 2013! Danke, das war eine Wahnsinnsfahrt!
Und auf Dich, 2014! Angeschnallt habe ich mich bereits 🙂

 

In diesem Jahresrückblick habe ich Wichtiges ausgeblendet, zum Beispiel, wie dankbar ich für Euch und die Bekanntschaften mit Euch bin. Ihr habt mein Jahr mehr bereichert, als ich es mir hätte vorstellen können. Danke. Prost, auf Euch!

Und wenn Ihr einen sehr schönen Jahresrückblick mit vielen guten Vorsätzen zum Nachmachen lesen möchtet, schaut mal bei ehrlichgesagt vorbei.

  1. Das klingt nach viel Dynamik und Herausforderungen, die in den Arm genommen werden. Toll! Es gibt einen schönen Spruch von Mitch Albom: Nothing haunts us like the things we don’t say. Und das gilt auch für die Dinge, die wir nicht TUN.
    Ich möchte dir auch danken, Juna. Du hast mir in den letzten Monaten bei meinen Gehversuchen mit meinem ersten eigenen Blog und bei Twitter auf sehr angenehme Weise unter die Arme gegriffen und warst mir eine wichtige Stütze und Mutmacherin, obwohl du mich gar nicht persönlich kennst. Das hat mir sehr geholfen.

    Ich wünsche dir und deiner Familie für 2014 nur das Beste!

    • Ein schönes Zitat!
      Auch Dir und den Deinen ein schönes 2014, mit viel Mut, Deinen Weg weiter zu gehen. Unterschätze nicht, wie sehr die kraftvollen Texte, die Du schreibst, auch anderen helfen können! Ich freue mich sehr, online ein Stück mitgehen zu dürfen 🙂

  2. Michael

    Meine Großeltern haben mir zum Umzug in diesem Jahr eine Karte mit diesem wunderschönen Zitat geschenkt. Es endet mit:

    „Und bedenke, dass du wirklich standhalten kannst und wirklich stark bist. Und dass du deinen eigenen Wert hast…“

    Das passt jetzt nicht unbedingt zum Jahresübergang, aber irgendwie zu Deinem Text. 🙂
    Natürlich wünsche auch ich Dir viel Erfolg bei der Umsetzung Deiner Aufgaben und Ziele im kommenden Jahr. Und dass es Dir und Deiner Familie weiterhin gut gehen möge.

    Viele Grüße,
    Michael

  3. „Entscheide dich. Und erzähl mir nichts von Fehlern.“ Sehr gut. Schreibe ich mir gleich hinter die Ohren. Wieder einmal.

  4. leeloobe

    Liebe Juna,
    was für ein anstrengendes Jahr, das da hinter euch liegt…
    Lass es los und begrüße das Neue 🙂
    Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft, Energie, Zusammenhalt und Freude!!
    Glg und ich freu mich schon sehr darauf dich auch 2014 zu lesen.

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Credits: Danke an Anders Norén für das Theme

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