juna im netz

Das Netz ist das, was Du draus machst

In eigener Sache

Alle Jahre wieder … (Kein Kinderlied)

Leider lesen nach wie vor nicht so wahnsinnig viele Familienmitglieder mein Blog. Aber hey! Tun wir doch einfach mal so, als ob:

Liebe Mama, liebe Papas, Brüder, Schwester, liebe Schwiegermama, Cousine, liebe Patentante, liebe alle,

wir stecken bereits mitten in der ach so beschaulichen Vorweihnachtszeit. Diese Familie – wie viele andere – hetzt von Event zu Event, getrieben von der tollen Weihnachtsaktion des Kindergartens zu der noch tolleren Weihnachtsaktion der Schule zu der … . Die Nikoläuse werden jedes Jahr größer, die Weihnachtsbeleuchtung jedes Jahr auffälliger und die Karten jedes Jahr selbstgebastelter. Jedes Jahr im Dezember denke ich daran, wie hübsch es doch auf dem Mars wäre. So ruhig. Und regelmäßig platzt mir der Kragen, wenn meine Kinder, for example, ihre Nikolaus-Aufmerksamkeiten hereinholen und als allererstes über die Farbe des Stiftes („Hanna hat den in blau UND lila! Und ich krieg wieder nur ROT!!“), die Auswahl des essbaren Inhaltes („Boah, da sind ja wieder NUR NÜSSE drin!!“ was im Übrigen nicht wahr ist. Nur mal klargestellt.) oder den Titel der CD lamentieren („Ich hatte mir Conni bei Oma gewünscht!)

Nein, Vorweihnachtszeit macht mir persönlich keinen besonderen Spaß. Ich kann den ins Unertragbare gesteigerten Konsum nur mit einer unangemessenen Menge an Glühwein ertragen. Ich ertrage auch meine Kinder nur bedingt, denn die ganze Welt meint ja, sie tue ihnen etwas Gutes, wenn sie sie mit Süßigkeiten vollstopfe. Und da reicht ja EIN 200g- Weihnachtsmann für das dreijährige Kind nicht aus, ne? Gestern hat mir der vom Spielen heimgekehrte Sohn, besagte drei, seinen im Kindergarten abgestaubten Schoko-Weihnachtsmann in einem wütenden Hustenanfall übrigens filmreif über die Klamotten gekotzt. Nur mal so.

Es ist sehr, sehr schwer völlig unmöglich, meinen Kindern in einem solchen Überfluss die Werte Dankbarkeit, Demut und Mitgefühl gegenüber anderen beizubringen. Bei den meisten Kindern ist es nämlich so: Sie werden nicht satt! Wenn sie lernen, dass sie immer NOCH MEHR haben können, dann wollen sie auch immer NOCH MEHR.

Nun, es sind Kinder. Eigentlich soll es in diesem Blogpost auch gar nicht um meine eigenen Kinder gehen. Das war nur so als Setting, sagen wir, „Folie“ gedacht. Eigentlich geht es um ein anderes, kleines Mädchen.

Es heißt Aurela und hat, während meine eigenen Kinder alles, alles, alles haben, nicht einmal besonders gute Chancen, noch ein paar Jahre zu leben. Bloggerkollege Ulf Hundeiker engagiert sich seit einer gefühlten Ewigkeit, dem kleinen, schwerkranken Mädchen über Spenden die nötige Knochenmarkspende zu finanzieren. Und es sieht derzeit nicht gut aus.

Ich bin dankbar für das, was meine Kinder haben. Und ich will für sie nur das Beste – auch wenn ich oft zweifle, ob „das Beste“ mit einem solchen Überfluss eigentlich zu erreichen ist. Aber ich möchte keinen unserer Angehörigen zwingen, meinen Kindern dieses Jahr keine „Freude“ zu machen. Meine Bitte betrifft mich selbst:

Ich bitte Euch ganz herzlich, liebe Familie! Wenn Ihr mir in diesem Jahr gerne etwas schenken möchtet, dann nehmt den Betrag Eurer Wahl und überweist ihn auf das offizielle Spendenkonto. Für die Richtigkeit der Angaben und die Seriosität des Anliegens verbürge ich mich, genau wie Ulf das tut. Schenkt meinen Kindern, was Ihr für richtig haltet, und nehmt das Geld, das Ihr vielleicht für mich ausgeben wolltet, für Aurela. Denn auch ich habe mehr als alles. Weil ich drei gesunde Kinder habe.

Liebe Bloggerfreunde! Ich bitte Euch ganz herzlich: Denkt darüber nach, diese Idee aufzunehmen. Ruft auf Euren Blogs auf, Euer Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr einem guten Zweck zukommen zu lassen. Ich wünsche mir finanzielle Unterstützung für Aurela, aber vielleicht habt Ihr andere Projekte, die dringend Geld benötigen.

Der Einzelhandel wird nicht davon umkommen, dass ein paar Familien sich in diesem Jahr entschließen, einen Teil Ihres Geldes in etwas anderes zu stecken als Aftershave, Oberhemden, Weingläser und Schokolade.

Und ein letzter Link: Auch materielle Freuden können mit etwas Sinnvollem verbunden werden: Schaut doch mal bei Spendenhandel vorbei und lasst Euch inspirieren, wenn es eben doch etwas „zum Anfassen“ sein soll. Kirsten Hermes hat da eine wirklich ganz tolle, unterstützenswerte Idee gehabt.

Danke für Eure Geduld. Und für Euer Verständnis. Und danke schon jetzt für jeden, der hilft.

Gleich ein Update: Die weiter unten kommentierende Ulrike hat etwas über das Sammeln von Spenden, gerade jetzt vor Weihnachten, geschrieben, und auf eine Aktion aufmerksam gemacht. Ich finde es sehr schön, was Du schreibst, Ulrike!

Und Rainer greift in diesem Blogpost sehr persönlich meine Idee auf. Ich danke Dir! Sehr!!

Update, 12.12.2013:

Meine Mama hat für mich gespendet! <3 <3 <3

Update, 18.12.2013:

Der beste Ehemann von allen verfiel auf den Gedanken, die Weihnachtskarten an die Kunden und Kontakte seiner Firma ganz einfach zu halten und kein Geld in Kundengeschenke zu investieren. Auf den Weihnachtskarten steht nun der Text:

Gerade in dieser Zeit möchten wir auch an die Menschen denken, die vielleicht unsere Hilfe auf eine andere Art und Weise benötigen. Daher hat sich die [Firmenname] dazu entschlossen, in diesem Jahr der kleinen, an AML erkrankten Aurela aus dem Kosovo eine Spende für die dringend benötigte Knochenmarktransplantation zukommen zu lassen. Dafür ist unsere Weihnachtskarte etwas einfacher gestaltet.

Weiter unten ist der World Life Vision Blog angegeben.

Ich freue mich riesig darüber. Noch toller als die Spende seiner Firma ist dabei aber Folgendes: Der Link zu Aurela geht damit raus an diverse Menschen aus der Pharmabranche. (Mein Mann arbeitet für die dunkle Seite der Macht. ;))

Wer weiß, was jetzt noch alles passiert.

Foto am 18.12.13 um 09.27

  1. Hallo Juna,

    ich habe mir eben Deinen Blogpost durchgelesen und ein paar Fragen/Anmerkungen dazu:
    – Gibt es denn für die Kleine einen geeigneten Spender weltweit? Sonst würde ja das Geld alleine nichts nutzen.
    – Haben die Eltern sich schon mit z.B. der DKMS in Verbindung gesetzt? Da gibt es eine Stiftung für Notfälle, wenn sich nichts geändert hat.

    Viele Grüße

    Ulrike

    • Liebe Ulrike!
      Danke fürs Lesen und für Deine Nachfragen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich Deinen Beitrag vom 30. auf diese Weise las 🙂 Ich erlaube mir, ihn nachher oben noch zu verlinken.
      Die letzte Frage zuerst: Ja, alle stehen in direktem Kontakt mit der DKMS, die selbst bereits einen Spendenaufruf gestartet hat, wenn mich nicht alles täuscht, mit separatem Konto. Auf den Seiten von Ulf findest Du sicher alle Links, die irgendwie mit Aurela in Zusammenhang stehen. Aber: Nein, es gibt bisher keinen geeigneten Spender. Die Suche ist, unter den FAQs kann es nachgelesen werden, seit einiger Zeit bereits im Gange und wird von einer Stiftung finanziert. Das Geld, das Ulf sammelt, dient direkt und ausschließlich (und ohne Abzüge von Verwaltungskosten) der OP. Natürlich ist die Frage: Nützt das dann? Mehr als berechtigt. Aber: Stellen wir uns den umgekehrten Fall vor: Wie tragisch, wenn ein Spender gefunden ist, und das nötige Geld (80.000 Euro) nicht zusammenkommt. So lange Aurela auf die Erhaltungstherapie anspricht, gibt es gute Chancen auf das Finden eines Spenders. Sollte sich niemand rechtzeitig finden, wird das Geld, das gesammelt wurde, an die DKMS und die mit der Suche nach dem Spender beschäftigte Stiftung gehen. Und damit hoffentlich anderen Kindern zugute kommen.

    • Zu 90% geeignete Spender wären vorhanden. Darauf kann man im Notfall zurückzugreifen überlegen. Dank an die Stefan-Morsch-Stiftung für die Suche.
      Viele eventuelle weitere Fragen werden eventuell hier beantwortet: http://wlv-ev.de/blog/projektinfos/

  2. Liebe Juna,

    meine Fragen bitte nicht falsch verstehen. Ich sehe es genauso, dass ein Spender nichts hilft, wenn die anschließende Behandlung dann nicht finanziert werden kann. Da ich lange Jahre im Bereich Stammzellspendersuche gearbeitet habe, wollte ich nur sicher stellen, dass auch Stiftungen usw. kontaktiert worden sind. 🙂

    Und Danke für die Verlinkung meines Blogs. Die Sternenbrücke und die Schule für Gehörlose werden sich darüber freuen. Sehr interessant ist auch die Wunschliste direkt auf der Seite der Sternenbrücke bei Spenden. Da gibt es bereits kleine Dinge, die man direkt schenken kann. Sehr gute Idee für alle Vereine usw.

    Viele Grüße

    Ulrike

    • Nein, ganz im Gegenteil! Ich finde es prima, wenn jemand einspringt und die Lücken füllt, nicht nur, aber gerade auch bei so wichtigen Dingen! Du hast in dem Bereich gearbeitet? Das ist ja spannend! Mein Mann ist ebenfalls in der Krebsforschung. Da kriegt man schon Abgründe mit …
      Danke. Wirklich: Von Rückfragen bin ich nie genervt, sondern stets dankbar 🙂 Und jetzt schaue ich mir an, wieso mein RSS-Fees bei Deinem Blog nicht funktioniert! Das habe ich ebenfalls nur durch Deine Rückfrage entdeckt.

  3. Das ist eine sehr gute Idee.

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Credits: Danke an Anders Norén für das Theme

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