Für Hannes

Und die Welt dreht sich weiter, und dass sie sich weiterdreht

ist für mich nicht zu begreifen, merkt sie nicht, dass einer fehlt?

Haltet die Welt an. Es fehlt ein Stück.

Haltet die Welt an.

 

Sie soll stehen.

(Glashaus)

„Er hat dazu beigetragen, die Welt ein kleines Stück zu verbessern. Unermüdlich setzte er sich für das Positive ein. Mehr Liebe, mehr Empathie, mehr Achtsamkeit aufeinander. Seit gestern ist Johannes Korten tot.“ Susanne Kasper

„Die vielen schlechten Nachrichten der letzten Monate, die näher kommenden Einschläge, Terror, Amok, Hass – das Wölkchen über seinem Kopf wurde zur Wolke und hat den Himmel über Hannes so verdunkelt, dass er offenbar kein Licht mehr sehen konnte, nur noch Schatten.“ Kiki Thaerigen

„Er war Denker. Nicht nur für sich. Und er hat klargemacht, dass es für ihn nichts mehr zu denken gibt. Das Denken hat ihn angestrengt. Und am Ende haben all die Gedanken gesiegt. Er lässt zu uns jetzt zurück – denkend. An ihn. An den Grund. An das Warum. Der Abschiedsbrief zeigt ihn mit der vollen Macht der Selbstkritik, der Unsicherheit und vor allem den Schauspieler, der sich nie offenbaren durfte.“  Herr Bock

„Johannes war ein engagierter Mensch, der mit offenen Augen und einem großen Gerechtigkeitssinn durch die Welt ging. Er litt wirklich bis ins Innerste unter Ungerechtigkeiten in der Welt, unter der Gewalt und dem Haß, der sich immer mehr auszubreiten schien. Er wollte eine bessere Welt und tat was immer ihm möglich war, um dazu beizutragen.“ Liisa

„Ich habe gestern den Beschluss gefasst, meine Geschichte zu erzählen. Denn wieder einmal ist mir klar geworden, dass die Hemmschwelle sinken muss, wir müssen drüber reden, miteinander, mit Betroffenen, mit Gesunden, das Thema muss in die Mitte, da wo es am Hellsten ist. Denn es ist unter Umständen eine tödliche Krankheit, die JEDEN von uns treffen kann.“  Tante Emma

„Das ist dieser Leuchtturm, den alle kennen, der rotweißgestreifte Leuchtturm schlechthin, das weithin sichtbare Signal für Schiffe auf dem Meer und auch für die Touristen an Land, und aus dem Leuchtturmbild könnte man eigentlich etwas machen, was recht gut zu Johannes gepasst hätte. Ich kann aber gerade nicht. Man kann nämlich nicht immer können, man muss es wohl nicht einmal, das ist auch so etwas, was man irgendwann lernen muss.“  Maximilian Buddenbohm

„Ich hoffe, Hannes, dass du dort, wo du bist, Frieden und Zuversicht findest. Dass du deiner Familie nun die Kraft schicken kannst, die sie brauchen und die du ihnen hier aus deiner Sicht nicht so geben konntest, wie du gern wolltest. Die Lücke, die du hinterlässt, ist groß.“  Schäfchenwolk auf instagram

„Hannes war immer da, Hannes gehörte zum Internet. Er war einer von den Guten, von denen, die nachdachten und anpackten.“ Isabel Bogdan

„Du hast dich entschieden. Hast das Leben nicht mehr ertragen. Es war deine Wahl, deine Entscheidung, von der dich niemand mehr abbringen konnte, auch wenn jeder von uns bereit war, dir den Weg zu leuchten. Was bleibt, ist die Leere und unendliche Traurigkeit. Aber auch Dankbarkeit, dass sich unsere Wege kreuzten und wir ein Stück gemeinsam gingen. Und vergessen wird dich niemand von uns! Jemals. Aus Gründen.“ Jessika

„Dass seine Familie trauert, dass es Fragen gibt, es ist unumgänglich. Aber es wird keine Antworten geben, denn die hat Johannes mitgenommen.
Was uns bleibt ist, seine Ideale, seine Projekte fortzuführen. Denn er wollte das Netz zu einem guten Ort machen.“ Uwe Hauck

„Wir trauern in Schweigeminuten. In der kollektiven Akzeptanz der argumentativen Unbelangbarkeit von Katastrophen und der Wirkungslosigkeit der Worte. Lasst uns schweigen. Für einen Moment. Für eine Minute.
Aber dann redet weiter. Und vor allem: Hört zu. Ein offenes Ohr, eine einfühlsame Geste, eine Reaktion zur richtigen Zeit sind ein kleines Stück Magie. Das große Schweigen kommt bald genug.“ Alena Dausacker

„Wenn ich einen letzten Wunsch hätte, dann wäre es der hier: Schaut in jeder Situation gemeinsam nach vorn. Seit achtsam mit euch selbst und dann aufeinander. Macht die Welt im Großen wie im Kleinen wieder zu einem guten Ort. Lebt den Gedanken, dass das gemeinsam im Miteinander möglich ist, weiter. Das wäre mir ein letzter Trost. Vielleicht bekommt mein Dasein dann doch noch einen Sinn.“ Johannes Korten, 1974-2016

„Fangen wir an. Spätestens jetzt.“ Oliver Kreimer

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München. Und twitter.

Gestern Abend saß ich wie viele andere noch sehr lange vor dem Rechner, um die Meldungen zu den Ereignissen in München zu verfolgen. Dabei betrachtete ich die Kommunikation auf twitter, an der ich im Katastrophenfall häufig selbst teilnehme, und über die ich bereits geschrieben und Sessions gehalten habe. Gestern sind mir viele sehr positive Dinge aufgefallen, die ich heute unbedingt, so frisch das Ganze ist, festhalten möchte. Ich werde nicht über etwas spekulieren, das noch niemand weiß, oder versuchen, Ereignisse zu beurteilen, die ich nicht beurteilen kann. Stattdessen versuche ich, auch den Nicht-Twitterern unter Euch einen kleinen Einblick zu geben. Die Twitter-Nutzer_innen können den ersten Absatz getrost überspringen. München. Und twitter. weiterlesen

Mein Weg in die Selbstständigkeit II

Da Euch der Off-Topic-Post über meine beginnende Selbstständigkeit scheinbar ganz gut unterhalten hat, setze ich die Reihe selbstverständlich fort! Hatte ich ja ohnehin angedroht. Heute geht es um die Agentur für Arbeit. Um den folgenden Text einordnen zu können, muss ich erklären, wie mein Kontakt mit dieser Mutter aller deutschen Behörden zu Beginn des Jahres verlief: Mein Weg in die Selbstständigkeit II weiterlesen

Off topic – vom weiblichen Weg in die Selbstständigkeit

Die Rubrik, die ich mit diesem Blogpost starten werde, tanzt thematisch noch stärker aus der Reihe als Prokrastinieren mit Popsongs, Spaß mit Ämtern oder meine am häufigsten geklickten Blogposts, die DIY und die „Liebeserklärung an unsere ICE-Nachbarin“. Deshalb auch der vielsagende Titel „off topic“, über den ich lange sinniert habe.

Warum nur tue ich Euch das an?
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Island für Anfänger

„Irgendwann fahre ich nach Island!“ verkündete mein 11-jähriges Ich von der Rückbank unseres Familienautos aus. Gerade hatten Axel und Professor Lidenbrock in Jules Vernes berühmtem Roman den Einstieg zum Mittelpunkt der Erde gefunden, und ich legte mein damaliges Lieblingsbuch kurz beiseite, um meinen Eltern meine Absicht zu unterbreiten. Sie werden vermutlich milde gelächelt haben. Island für Anfänger weiterlesen

Podcast „Zirkusliebe“: Bei Marco zu Gast

Marco hat mich eingeladen,  mit ihm für seine neue Podcastserie Zirkusliebe über Technik, neue Veranstaltungsformate und die Veränderungen in der Gesellschaft zu sprechen. Irgendwie haben wir es geschafft, mit der Technik zu beginnen und wieder aufzuhören – zwischendrin geht es um Comic Salons, Barcamps, das BGE, um Büchermenschen und family tracker, darüber, was die CC-Lizenz mit Liebe zu tun hat und um Presseausweise für Blogger*innen.

Wenn Ihr gerne hören möchtet, wie Marco und ich über Windmühlen sprechen, warum ich auch vor einem Jahr noch das Internet ausdruckte oder ob sich Büchermenschen grundsätzlich lieb haben, dann klickt hier.
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Silbern

Sprichwörtlich gesehen gibt es den „Silberstreif am Horizont“ schon seit einiger Zeit. Die Redewendung soll auf einen Mitarbeiter von Gustav Stresemann zurückgehen. Dieser äußerte nach dem ersten Weltkrieg, die damaligen Pläne Englands und Amerikas seien für die deutsche Wirtschaft ein „Silberstreifen am Horizont“. Und obwohl dieser Silberstreif nicht dauerhaft war, hat sich das Sprichwort von seinem ursprünglichen Kontext längst gelöst. Silbern weiterlesen

Leben in Zeiten der Hasenherzigkeit

Hasenherz und Löwenfuß
gingen mal spazieren
Hasenherz hat Puschen an
konnte nichts passieren.

von Betty Berger

Ich habe diese Woche ein Wort gelernt, das ich unbedingt mit Euch teilen muss. Hasenherzig. 

Es ist kein neues Wort, der Duden kennt es bereits und erklärt seine Bedeutung mit den Adjektiven „ängstlich, feige, furchtsam“. Das aber finde ich nicht zutreffend. Und kein bisschen vollständig. „Hasenherzig“ klingt nach so viel mehr.  Leben in Zeiten der Hasenherzigkeit weiterlesen

Katastrophe! Ausnahmezustand in sozialen Netzwerken

 

„Twitter ist super 15 Minuten nach der Katastrophe, und die Hölle in den Tagen danach.“

Patrick Breitenbach

Für das Barcamp Rhein-Main im November 2015 habe ich eine Session zu Katastrophenkommunikation in sozialen Netzwerken zusammengestellt. Dabei strebte ich eine möglichst wertfreie Betrachtung der unterschiedlichen Phasen dieser Art persönlicher Krisenkommunikation an. Die Ereignisse in Frankreich lagen nur einige Tage zurück, weshalb mein Vorhaben eine große Bereitschaft bei den Teilnehmenden beinhaltete, ein paar Schritte auch von ihrer eigenen Beteiligung zurückzutreten. Denn schließlich waren die meisten von uns in den vorhergehenden Tagen mehr oder weniger aktive Kommunikationsteilnehmende gewesen. Eine gemeinsame Analyse, so frisch nach den Terroranschlägen, setzt die Fähigkeit voraus, auch die eigene Betroffenheit, Hilflosigkeit, Wut oder Kritik hinten an zu stellen. Auf dem Barcamp ist das hervorragend geglückt. Dafür noch einmal Danke an alle Teilnehmenden! Katastrophe! Ausnahmezustand in sozialen Netzwerken weiterlesen

Das Netz ist das, was Du draus machst